Versicherungslexikon - R

RAUB

Schäden durch Raub sind versichert. Ein Raub liegt vor, wenn
• gegen den Versicherungsnehmer Gewalt angewendet wird, um dessen Widerstand gegen die Wegnahme versicherter Sachen auszuschalten.
• der Versicherungsnehmer versicherte Sachen herausgibt oder sich wegnehmen läßt, weil eine Gewalttat mit Gefahr für Leib oder Leben angedroht wird, die innerhalb des Versicherungsortes verübt werden soll.
• dem Versicherungsnehmer versicherte Sachen weggenommen werden, weil sein körperlicher Zustand infolge eines Unfalls oder infolge einer nicht verschuldeten sonstigen Ursache beeinträchtigt und dadurch seine Widerstandskraft ausgeschaltet ist. Dem Versicherungsnehmer stehen Personen gleich, die mit seiner Zustimmung in der Wohnung anwesend sind.

REITSPORT

Wer Halter eines Pferdes ist, benötigt hierfür eine spezielle Tierhalter-Haftpflichtversicherung.

Häufig kommt es aber auch vor, dass man ein Pferd von einer Reitschule ausleiht oder es von einem guten Bekannten für einen Ausritt überlassen bekommt. Scheut das geliehene Pferd und werden Passanten verletzt, sichert den Reiter seine Privat-Haftpflichtversicherung ab.

Nicht unter deren Versicherungsschutz fallen allerdings Haftpflichtansprüche, die der Tierhalter wegen Verletzungen des Pferdes geltend macht.

RENTENBESCHEID

Sofern aus dem unbefristeten Rentenbescheid eines Sozialversicherungsträgers klar hervorgeht, dass die vollständige Erwerbsunfähigkeit der versicherten Person allein medizinisch begründet ist, genügt dieser Bescheid in bestimmten Fällen zum Nachweis der Berufsunfähigkeit.

RENTENFONDS

Investmentfonds, der die Anlegergelder überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere (Renten) investiert.

RENTENGARANTIEZEIT

Ist eine Rentengarantiezeit vereinbart, wird - sofern die versicherte Person den Rentenbeginn erlebt - die vereinbarte Rente mindestens bis zum Ablauf der Rentengarantiezeit gezahlt, unabhängig davon, ob die versicherte Person auch diesen Termin erlebt.

Stirbt die versicherte Person nach Beginn der Rentenzahlung vor Ablauf der Garantiezeit, so kann der Bezugsberechtigte anstelle der Weiterzahlung der versicherten Rente die einmalige Kapitalzahlung wählen.

RENTENZAHLUNG

Die Rentenzahlung erfolgt erstmals zum vereinbarten Rentenzahlungsbeginn, wenn die versicherte Person den Ablauf der Aufschubzeit erlebt.

Die Rentenzahlung endet mit dem Tod der versicherten Person spätestens mit dem Ablauf der Garantiezeit. Ist eine abgekürzte Leibrente vereinbart, endet die Rentenzahlung mit dem im Versicherungsschein genannten Ende der Leistungsdauer (abgekürzte Leibrente), spätestens mit dem Tod der versicherten Person.

RÜCKDATIERUNG

Zurückverlegung des technischen Beginns, also des Prämienzahlungszeitraumes, bei kapitalbildenden Lebensversicherungen. Dadurch wird ein früheres Eintrittsalter und somit günstigere Beiträge erreicht.

RÜCKKAUFSWERT

Eine Kündigung der Lebens- oder Rentenversicherung ist nicht nur mit dem Verlust des Versicherungsschutzes verbunden, sondern auch mit finanziellen Nachteilen. Nicht bei allen Tarifen ist ein Rückkaufswert auszuzahlen, sondern i.d.R. nur bei den Tarifen, in denen ein Sparvorgang (Ansammlung einer Erlebensfallsumme oder eines Rentenkapitals) vorgesehen ist.

Der Rückkaufswert entspricht nicht den eingezahlten Beiträgen.

RÜCKTRITTSRECHT

Versicherungsvertraggesetz

§ 5b
(1)Gibt der Versicherungsnehmer seine schriftliche Vertragserklärung dem Versicherer oder seinem Beauftragten persönlich ab, so hat dieser ihm unverzüglich eine Kopie dieser Vertragserklärung auszuhändigen.

(1) Der Versicherungsnehmer kann binnen zweier Wochen vom Vertrag zurücktreten, sofern er
1. entgegen Abs. 1 keine Kopie seiner Vertragserklärung erhalten hat,
2. die Versicherungsbedingungen einschließlich der Bestimmungen über die Festsetzung der Prämie, soweit diese nicht im Antrag bestimmt ist, und über vorgesehene Änderungen der
Prämie nicht vor Abgabe seiner Vertragserklärung erhalten hat oder
3. die in den §§ 9a und 18b VAG (Versicherungsaufsichtsgesetz) vorgesehenen Mitteilungen nicht erhalten hat.

(1) Dem Versicherer obliegt der Beweis, daß die in Abs. 2, Z.1 und 2 angeführten Urkunden rechtzeitig ausgefolgt und die in Abs. 2, Z.3 angeführten Mitteilungspflichten rechtzeitig erfüllt worden sind.

(1) Die Frist zum Rücktritt nach Abs. 2 beginnt erst zu laufen, wenn die in Abs. 2, Z.3 angeführten Mitteilungspflichten erfüllt worden sind, dem Versicherungsnehmer der Versicherungsschein und die Versicherungsbedingungen ausgefolgt worden sind und er über sein Rücktrittsrecht belehrt worden ist.

(1) Der Rücktritt bedarf zu seiner Rechtswirksamkeit der Schriftform; es genügt, wenn die Erklärung innerhalb der Frist abgesendet wird. Das Rücktrittsrecht erlischt spätestens einen Monat nach Zugang des Versicherungsscheins einschließlich einer Belehrung über das Rücktrittsrecht. Hat der Versicherer vorläufige Deckung gewährt, so gebührt ihm hiefür die ihrer Dauer entsprechende Prämie.

(1) Das Rücktrittsrecht gilt nicht, wenn die Vertragslaufzeit weniger als sechs Monate beträgt. Eingefügt

durch BGBl 1994/509, idF BGBl I 1997/6